Univertität zu Köln
O-Pods - Die Ordnungspolitik Podcasts



Für Podcast-Profis und solche die es werden wollen:








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Ein Kollege hat freundlicherweise eine für jeden Laien verständliche Anleitung zum Abonnieren der O-Pods über das verbreitete Programm i-Tunes angefertigt... Diese schrittweise Anleitung finden Sie hier. Sie können sich aber im i-Tunes "Music Store" oder bei podster.de auch bequem über die Suchbegriffe "O-Pod" oder "Ordnungspolitik" an ein kostenloses Abo der Serie oder den kostenlosen Download einzelner Podcasts heran tasten.


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(6,6 MB)
  • Demsetz (1969): Nirvana Approach
    Hier geht es um den Fehler, wirtschaftspolitische Beratung nicht anhand eines "comparative institution approachs" zu betreiben, sondern einen unzulässigen Vergleich realer Begebenheiten mit theoretischen Idealwelten anzustellen, dem so genannten "nirvana approach". Demsetz beschreibt, dass einige Ökonomen ärgerlicher Weise diesen nirvana approach wählen und dabei aufgrund einer Abweichung der analysierten Realität von einem gewählten Ideal folgern, die Realität sei ineffizient. Er beschreibt anschließend drei logische Fehler, die Vertretern des nirvana approachs tendenziell leichter unterlaufen als vergleichend institutionalistisch arbeitenden Ökonomen. Es handelt sich dabei um die (1) "the grass is always greener fallacy", (2) "the fallacy of the free lunch" und die (3) "the people could be different fallacy".

    Quelle:
    Harold Demsetz (1969): Information and Efficiency: Another Viewpoint, in The Journal of Law and Economics, Vol. XII/1, pp. 1-22.


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(4,7 MB)
  • Vanberg (1997): Die normativen Grundlagen von Ordnungspolitik
    Viktor Vanberg entwickelt in seinem Artikel das Argument, dass das Forschungsprogramm der Freiburger Schule auf eine angewandte Ordnungsökonomik hinausläuft, die Bürger in der Frage der Ordnungswahl darüber berät, welche Regelung für sie wünschenswert ist. Vanberg trennt nicht zwischen Ordnungstheorie und Ordnungspolitik, vielmehr betrachtet er die Ordnungspolitik als angewandten Zweig der Ordnungsökonomik, die sich mit der Frage befasst, wie die Erkenntnisse der theoretischen Ordnungsökonomik zur Lösung praktischer Ordnungsprobleme beitragen können. Quelle: Vanberg, Viktor (1997): Die normativen Grundlagen von Ordnungspolitik. In: ORDO Bd. 48, S. 707-726.


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(3,2 MB)
  • Kirchgässner (1991): Das ökonomische Verhaltensmodell
    In diesem Text stellt Kirchgässner den homo oeconomicus vor. Es wird eine Knappheitssituation unterstellt, in der sich das Individuum zwischen mehreren Handlungsalternativen entscheiden muss. Hierbei wird zum Beispiel die Annahme voller Rationalität aufgebrochen, so dass schließlich die Frage beantwortet werden kann, welche Rolle egoistisch oder sozial motiviertes Handeln für das ökonomische Verhalten spielt. Quelle: Kirchgässner, Gebhard (1991): Das ökonomische Verhaltensmodell, in: Ders., Homo oeconomicus - Das ökonomische Modell individuelllen Verhaltens und seine Anwendung in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1991, S.12-65.


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  • Starbatty (o. A.): Homunculus oeconomicus
    Der Homo oeconomicus ist nicht die Beschreibung eines Menschen aus Fleisch und Blut, wie ihn sich Ökonomen vorstellen, sondern ein je nach Untersuchungszusammenhang absichtlich zu Erklärungszwecken extrem vereinfachte künstliche Modellbildung. Dies war ursprünglich auch allen Ökonomen wohl bekannt und selbstverständlich. Joachim Starbatty, emeritierter VWL-Professor an der Uni Tübingen, hat seine Wurzeln an den Unis Freiburg und Köln. Als Schüler Alfred Müller-Armacks ist er bis heute einer der entschlossensten Vertreter der Sozialen Marktwirtschaft, Vorsitzender der "Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft" und Spritus rector der "Jenaer Allianz".

    Quelle: Starbatty, Joachim (o. A.): "Das Menschenbild in den Wirtschaftswissenschaften", download unter: www.uni-tuebingen.de/uni/wwa/download/GeschWipo/176.pdf (am 6. Mai 2009 führen die ersten beiden Treffer einer Google-Suche nach den Stichwörtern "Starbatty Menschenbild" zum Textdownload).


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  • Hayek: Kosmos und Taxis (1973)
    Der erste Podcast im Sommersemester 2009 greift auf den im englischen Original bereits 1973 erschienenen Beitrag "Kosmos und Taxis" zurück. Hier geht es darum, die seitdem viel zitierte Idee zu verdeutlichen, dass die Wirtschafts- und Gesellschaftsordnungen freiheitlicher Gesellschaften als spontane Ordnungen zu verstehen und mithin zwar "Produkt des Handelns vieler Menschen, nicht aber das Resultat menschlichen Planens sind".

    Quelle: Friedrich A. von Hayek (2003) "Kosmos und Taxis", Kapitel 2 in V. Vanberg (Hrsg.) Recht, Gesetz und Freiheit, S. 37-56.


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(9,3 MB)


  • Jenaer Aufruf zur Erneuerung der Sozialen Marktwirtschaft (2008)
    Am 20. Juni 2008 stellten diverse ordnungspolitische Forschungsinstitute, "Think Tanks", Verbände der mittelständischen Wirtschaft, Politische Stiftungen und die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena auf einem wissenschaftlichen Symposium zum Anlass des 60. Geburtstags der Sozialen Marktwirtschaft einen "Aufruf zur Erneuerung der Sozialen Marktwirtschaft" vor. Man muss keineswegs alle Punkte dieses Aufrufs teilen oder der Schwerpunktsetzung zustimmen. Man muss selbstverständlich nicht im Einzelnen mit der Wortwahl, dem Duktus oder den normativen Setzungen konform gehen. Aber eine Auseinandersetzung mit der Frage, welche Aspekte, Prinzipien und Grundgedanken wesentlich zum Wohlstand und sozialen Frieden unserer Gesellschaft beigetragen haben und uns bis heute ein relativ freies Leben ermöglichen, erscheint immer angebracht. Und runde Geburtstage liefern willkommene Anlässe dazu. Textquelle: Jenaer Aufruf zur Erneuerung der Sozialen Marktwirtschaft, www.60jahresozialemarktwirtschaft.de

    Textquelle:
    Jenaer Aufruf zur Erneuerung der Sozialen Marktwirtschaft, www.60jahresozialemarktwirtschaft.de


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    Podcasts vorangegangener Semester

  • Kliemt: Sirenen der Selbstlosigkeit (2008)
    Einige Auszüge des postings von Hartmut Kliemt am 27. April 2008 auf dem liberalen ordnungspolitischen Blog "Wirtschaftliche Freiheit". Hartmut Kliemt, zurzeit Professor für Philosophie und Ökonomik in Frankfurt (beurlaubt vom Lehrstuhl für Praktische Philosophie, Universität Duisburg-Essen) macht einige treffende Bemerkungen zum Zusammenhang großer Verbrechen gegen die Menschlichkeit und der jeweils in Anspruch genommenen angeblichen Gemeinwohlorientierung zur Durchsetzung der jeweiligen Ideologien. Dazu kommt die Verwandschaft der Begrifflichkeiten "Gemeinwohl" und "soziale Gerechtigkeit".

    Die Missbrauchsanfälligkeit der genannten Begriffe dürfte deutlich werden. Klar herausgearbeitet wird aber auch die theoretische Unmöglichkeit, vor dem Hintergrund einer individualistischen Theorie, ein "Gemeinwohl" definieren zu können: "Die je eigenen Vorstellungen vom Gemeinwohl [definieren] am Ende nicht das Gemeinwohl, sondern nur je eigene Vorstellungen vom allgemeinen Wohl..."

    Textquelle:
    Hartmut Kliemt (2008): "Sirenen der Selbstlosigkeit", posting vom 27.4.2008 auf www.wirtschaftlichefreiheit.de, http://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=110


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  • Smith: Güter, die Sitte und Anstand "lebensnotwendig" werden lassen (1776)
    Adam Smith unterscheidet in seinen Ausführungen zu den "Quellen der öffentlichen oder Staatseinnahmen" in "Wealth of Nations" Konsumgüter in "lebensnotwendige oder Luxusgüter". Auch wenn es in den zitierten Passagen nicht um eine im Sinne der Garantie einer "würdigen Lebensführung" erforderliche Mindestsicherung geht wird deutlich, dass für Adam Smith eine Unterscheidung von physisch und sozial lebensnotwendigen Gütern nicht nur naheliegend, sondern zweifellos erscheint. Was "lebensnotwendig" ist, hängt von Raum, Zeit und sozialem Umfeld ab.

    Textquelle:
    Adam Smith (1776): "An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations" - zitiert nach der deutschen Übersetzung von Monika Streissler "Untersuchung über Wesen und Ursachen des Reichtums der Völker", UTB Taschenbuchausgabe, Mohr Siebeck, 2005, Buch V, Kapitel ii, Abschnitt k.


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  • Hayek: Sicherheit und Freiheit (1944)
    Die zitierten Textstellen aus Kapitel 9 des Buches "Der Weg zur Knechtschaft" belegen unzweifelhaft, dass von Hayeks Forschungsinteresse und -schwerpunkt sicher nicht auf Fragen der Rechtfertigung von Umverteilungspolitik lag, er dennoch aber ebenso unzweifelhaft ein vernünftiges Maß von Not abwendender Umverteilungs- und Beistandspolitik in einer Gesellschaft für begrüßenswert hielt.
    In den zitierten Textpassagen bezeichnet er es als "berechtigten Anspruch" des einzelnen an die Gesellschaft, die "Gewissheit eines bestimmten Existenzminimums" garantiert zu bekommen. Er führt darüber hinaus explizit aus, dass die Gewährleistung dieser "begrenzten Sicherheit" nicht nur "nicht grundsätzlich mit der Wahrung der individuellen Freiheit unvereinbar" sei, sondern "eine gewisse Sicherheit wesentlich [ist], wenn die Freiheit erhalten bleiben soll".

    Textquelle:
    Friedrich August von Hayek (2003): "Sicherheit und Freiheit", 9. Kapitel aus "Der Weg zur Knechtschaft".


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  • Arentz: Vertragstheorie, Gerechtigkeit und Politikberatung (2007)
    Arentz stellt in seinem Artikel kurz die modernen vertragstheoretischen Ansätze von Rawls, Nozick und Buchanan vor und diskutiert deren praktische Relevanz für die Politikberatung. Für die Teilnehmer der Vorlesung Ordnungspolitik eignet sich der Text hervorragend, um einen schnellen Einstieg in die Diskussion zu bekommen. Die vorgetragenen Zitate beziehen sich auf die Kurzdarstellung des Grundgedankens, hinter einem Rawls'schen "Schleier des Nichtwissens" (veil of ignorance) oder einem Buchanan'schen "Schleier der Unsicherheit" (veil of uncertainty) zu argumentieren und stoßen zugleich die Debatte zur Frage vertragsexterner Gültigkeitskriterien an.

    Textquelle:
    Oliver Arentz (2007): "Vertragstheorie, Gerechtigkeit und Politikberatung", LIST Forum Bd. 33, Heft 2, S. 141-152.


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  • Homann: Die moralische Qualität der Marktwirtschaft (1994)
    Karl Homann hat den Lehrstuhl für Philosophie und Öknomik an der LMU München inne und ist sicher einer der profiliertesten Wirtschaftsethiker unserer Zeit. In dem hier zitierten kurzen Beitrag klingen viele Themen an, mit denen wir uns in der Vorlesung auseinandersetzen. Im zitierten Textabschnitt geht es insbesondere um die Abgrenzung von Präfenrenzen und Restriktionen und die Frage der richtigen Verortung einer moralischen Betrachtung in modernen Gesellschaften (namentlich Wettbewerbswirtschaften) auf der Ebene der Rahmenordnung.

    Textquelle:
    Karl Homann (1994): "Die moralische Qualität der Marktwirtschaft", LIST Forum Bd. 20, H.1/1994, S. 15-27.


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  • Hayek: Die Große Illusion (1944)
    Ein Ausschnitt aus dem zweiten Kapitel des beeindruckend klarsichtigen Buches "Der Weg zur Knechtschaft" (engl. original "The Road to Serfdom"), in dem von Hayek bereits zu Beginn des Jahres 1944 seine Warnung druckfertig anbietet, derzufolge jede Form von Planwirtschaft inkompatibel mit individueller Freiheit ist. Eine weitsichtige und mutige Leistung, dabei ohne Allüren in großartiger Verständlichkeit geeignet, ein breites Publikum zu erreichen. Ökonomik vom Feinsten.

    Hier zum Trick, Forderungen nach Angleichung wirtschaftlicher Ergebnisse unter dem begrifflichen Deckmantel angeblich "neuer Freiheitsrechte" zu verkaufen. Wie einsam von Hayek mit seinen Warnungen stand, lässt sich nach der Zurkenntnisnahme dieser Zeilen erfassen, wenn man vergenwärtigt, dass keine 18 Monate später die Charta der Vereinten Nationen eine Fülle neuer "sozialer und wirtschaftlicher Menschenrechte" festschrieb...

    Textquelle des Zitats:
    Friedrich August von Hayek (2003): "Die Große Illusion", 2. Kapitel aus "Der Weg zur Knechtschaft".


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  • Kersting: Der liberale Liberalismus (2005)
    Wolfgang Kersting, Philosoph an der Universität zu Kiel, ist einer der streitbarsten und kompromisslosesten Liberalisten unserer Tage. Seine Texte sind von erfrischender Drastigkeit. Seine (mir) angenehm unvorsichtige Polemik gepaart mit teilweise selbstironischen Bemerkungen wird immer begleitet von agressiver Kompromisslosigkeit in den Schlussfolgerungen und lässt den Leser in keinem Moment unaufmerksam werden...

    Hier eine Textpassage zum Thema "soziale Gerechtigkeit", insbesondere in seiner dem Grunde nach unmöglichen Anwendung auf Gesamtzustände oder Verteilungsprofile komplexer Systeme wie Markt und Demokratie es sind.

    Textquelle des Zitats: "Der liberale Liberalismus - Notwendige Abgrenzungen", Freiburger Diskussionspapiere zur Ordnungsökonomik Nr. 05/13.


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  • Sen: Rationale Trottel (1977)
    ... ja, die O-Pods werden zu neuem Leben erweckt. Im Sommersemester 2008 gibt es eine neue Vorlesung "Ordnungspolitik" an der WiSo-Fakultät der Universität zu Köln und mit der Vorlesung wird auch wieder die Idee der vorlesungsbegleitenden Podcasts aufgegriffen.

    Im ursprünglich 1977 veröffentlichten Text (die deutsche Übersetzung erschien 1999)fragt der spätere Nobelpreisträger Amartya Sen nach der Angemessenheit unseres begrenzten Menschenbildes, des homo oeconomicus.

    Quelle der Textzitate:
    Amartya K. Sen (1999): "Rationale Trottel - Eine Kritik der behavioristischen Grundlagen der Wirtschaftstheorie"; in: Stefan Gosepath (Hrsg.): "Motive, Gründe, Zwecke - Theorien praktischer Vernunft".

    Englisches Original:
    Amartya K. Sen (1977): "Rational Fools: A Critique of the Behavioural Foundations of Economic Theory"; in: Philosophy and Public Affairs, vol. 6.


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  • Deutschlandfunk, 10. Dezember 2007
    Zwischen Mindestlöhnen und Managergehältern
    - Gibt es den "gerechten" Lohn?

    Kontrovers - Politisches Streitgespräch mit Studiogästen und Hörern

    Studiogäste:
    - Klaas Hübner, SPD-MdB und Unternehmer
    - Steffen J. Roth, Geschäftsführer des Instituts für Wirtschaftspolitik, Universität Köln
    - Claus Schäfer, Verteilungsexperte, Hans-Böckler-Stiftung
    Moderation und Redaktion: Silvia Engels


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  • Hayek: Der Wettbewerb als Entdeckungsverfahren (1968)
    Kurze Passagen aus dem zentralen Text zum Wettbewerb. Auf weniger als drei Seiten stößt von Hayek drei ungeheuer wichtige Gedanken an, die jeder Ordnungspolitiker unbedingt verstanden haben sollte:

    (1) Der Wettbewerb ist ein Prozess, der Wissen erst entdecken und verbreiten soll. Die deshalb lohnende Prozessbetrachtung unterscheidet sich enorm von dem stationären Zustand des "vollkommenen Wettbewerbs" der ökonomischen Wohlfahrtstheorie, zu dessen wichtigen Voraussetzungen die Annahme gehört, alles relevante Wissen sei bereits bekannt. Die "... Ergebnisse eines Entdeckungsverfahrens [sind] notwendig unvoraussagbar ..."
    (2) Es geht in diesem Entdeckungsverfahren um die Entdeckung und Koordination von Wissen, welches selbst durch umfassendste Mitteilungsmechanismen und leistungsfähigste Computertechnologien in der Verarbeitung nicht ohne Weiteres durch planmäßig gesteuerte Verfahren erreichbar ist, denn es geht um "... die besondere und in mancher Hinsicht immer einzigartige Kombination von Kenntnissen und Geschicklichkeiten jedes einzelnen [, die] nicht nur - und nicht einmalin erster Linie - Kenntnisse sein werden, die die Betreffenden vollständig aufzeichnen oder einer Behörde mitteilen könnten."
    (3) Die spontane Marktordnung dient im Gegensatz zu einer eigentlichen "Wirtschaft" im engeren Sinne nicht der Verfolgung einer einheitlichen Wertehierarchie oder einem bestimmten Zweck. ..."es ist offenbar sinnvoll, sich zu bemühen, Bedingungen zu schaffen, in denen die Aussichten, seine Ziele wirksam zu verfolgen, für jeden beliebigen, willkürlich herausgegriffenen einzelnen so gut wie möglich sind..."

    Quelle: Friedrich A. von Hayek (1968): Der Wettbewerb als Entdeckungsverfahren, Kieler Vorträge, NF 56. Hier Passagen aus Abschnitt III.


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  • Menschenwürde und Einkommenssicherung
    Würde wohnt dem Mensch inne, weil er über einen freien Willen verfügt und vernunftgesteuert agieren kann (Wesensmerkmal). Würdevolles Handeln (ethischer Verhaltensauftrag) ist demgemäß zunächst ein sehr persönliches Konzept: Würdevoll handelt ein Individuum, wenn es sich entsprechend selbst als richtig erkannter Prinzipien moralisch verhält. Ein gesellschaftlicher Auftrag (Schutz und Achtung der Würde) wird ableitbar aus der Übereinkunft der in einer Gesellschaft organisierten Individuen, mittels geeigneter Institutionen persönliches würdevolles Verhalten zu ermöglichen oder doch wenigstens zu erleichtern.
    Insoweit Normalsterbliche im Gegensatz zu Heiligen in den allermeisten Fällen erst nach der Befriedigung basaler Bedürfnisse zu einer vernunftgesteuerten, moralisch prinzipienhaften Lebensführung in der Lage sind, kann eine wechselseitig garantierte Mindestsicherung als Voraussetzung eines würdevollen Verhaltens interpretiert werden. Eine soziale Mindestsicherung steht jeder Gesellschaft, die sich der Achtung und dem Schutz der Menschenwürde verschrieben hat und über ausreichend Wohlstand verfügt, sicher gut zu Gesicht...

    Unfertige Gedanken aus einem noch nicht veröffentlichten Beitrag (Roth, 2007)

Webcast (Lecturnity)


  • Kombilöhne - Vorfahrt für Arbeit oder Stoppschild?
    Vortrag gehalten auf dem 27. Universitätsseminar "Dialog Wissenschaft und Praxis", 3. Juni 2007, Schloß Gracht, Erftstadt-Liblar.

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  • Gedanken zur ordnungspolitischen Begründung des Gleichbehandlungsprinzips
    Auszüge aus der verfassungsökonomischen Begründung des Gleichbehandlungsprinzips als konstitutionelle Norm jeder denkbaren Verfassung hinter dem Schleier der Unsicherheit.
    Das Stichwort "Chancengerechtigkeit" lässt sich sowohl als Gleichbehandlung vor dem Gesetz, mithin als Diskriminierungs- und Willkürverbot staatlicher Institutionen verstehen als auch als Forderung nach gleichen Erfolgsaussichten für jeden Bürger.
    Erstere Lesart ist der Kerngedanke verfassungsökonomischer "Regelgerechtigkeit" und klassisches Menschenrecht. Letzteres hingegen droht aufgrund der Unmöglichkeit rechtzeitiger kompensatorischer Eingriffe zur Herstellung gleicher Startchancen in willkürliche Korrekturen der Ergebnisse einzumünden und zwischen verdienten und unverdienten Ergebnissen zu richten. Rationale Individuen werden auf Regelgerechtigkeit bestehen, die beinhaltet, dass alle Individuen unter den gleichen Regeln spielen. Letztere Lesart der Herstellung gleicher Erfolgsaussichten ist damit zugleich eindeutig ausgeschlossen: Wenn unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Eigenheiten und Persönlichkeiten unter gleichen Regeln spielen, werden sie unterschiedliche Erfolgsaussichten haben und unterschiedliche Ergebnisse erzielen.

    Auszüge aus Steffen J. Roth: Beschäftigungsorientierte Sozialpolitik, Köln, 2002.

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  • Gedanken zur ordnungspolitischen Begründung des Bedürftigkeitsprinzips
    Auszüge aus der verfassungsökonomischen Begründung des Bedürftigkeitsprinzips als Einschränkungsnorm der Umverteilung. Rationale Individuen, die zur wechselseitigen Wohlfahrtsverbesserung Regeln eines Kollektivs gestalten, werden sich keineswegs zur Forderung nach Gleichverteilung materieller Wohlfahrt hinreißen lassen. Sie werden sich auf eine soziale Mindestsicherung einigen, die das Notwendige umverteilt. Bedürftigkeit ist dabei zu verstehen als Residualgröße aus Bedarf und möglicher (zumutbarer) Selbst- und Dritthilfe.

    Auszüge aus Steffen J. Roth: Beschäftigungsorientierte Sozialpolitik, Köln, 2002.

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  • Wirtschaft, Wissenschaft und Politik" (1962)
    Einige Absätze aus Hayeks Antrittsvorlesung in Freiburg 1962, die ich gleich aus drei Gründen für beachtenswert halte: - Als Beispiel dafür, wie weit man durchaus engagiert wichtige Diskussionen rein auf der Sachebene auch mit denjenigen treiben kann, deren Werturteile man nicht teilt.Zur Verdeutlichung, wie viel politische Stellungnahme durchaus mit dem Postulat der wissenschaftlichen Werturteilsfreiheit vereinbar ist... - Als klarsichtige Erkenntnis eines wichtigen Punktes, der die Marktwirtschaft viele Sympathiepunkte kostet: Der Preis und Lohn, den der Anbieter in der Marktwirtschaft erhält spiegelt den Wert des Gutes oder der Leistung, die dem Angebot hinsichtlich seiner Eignung zur Bedürfnisbefriedigung anderer zukommt. Sie hängt damit eventuell stark von Glück und Zufall ab und hat "keinen notwendigen Zusammenhang mit moralischem Verdienst"... - Als wichtiger Denkanstoß über den unvermeidbaren Zusammenhang des Versuchs "distributive Gerechtigkeit" herzustellen mit der Inkaufnahme der Beschneidung persönlicher Handlungsfreiheit und der Notwendigkeit der unbedingten Durchsetzung einer einheitlichen Wertehierarchie in einem totalitären Regime...

    aus F. A. von Hayek (1962): "Wirtschaft, Wissenschaft und Politik", in: Ders. (1969), Freiburger Studien, S. 1-17.

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  • Zur Verwendung vertragstheoretischer Überlegungen als Argumentationsgerüst
    Freiwillig eingegangene Versprechungen haben obligationstheoretisch eine starke bindende Wirkung. Verträge, im Sinne wechselseitig abgegebener Versprechen, könnten ähnlich wirken. Gesellschaftsverträge könnten damit eventuell das legitimationstheoretische Vakuum wenigstens zum Teil füllen, welches der Wegfall einer durch göttliche Ermächtigung legitimierten Herrschaft und das Misstrauen gegenüber politischen Entscheidungsfindungsprozessen hinterlassen hat.
    Tatsächlich werden aber keine Gesellschaftsverträge geschlossen, die wegen des inhärenten Obligationscharakters des freiwilligen Versprechens inhaltsunabhängig moralische Bindungskraft entfalten. Die Verwendung des Konstrukts hypothetischer Gesellschaftsverträge, wie sie in der Ökonomik insbesondere durch die Konstitutionenökonomik vorgeschlagen wird, hat daher in erster Linie einen didaktisch-argumentativen Sinn und ist Hilfsmittel, im politischen Diskurs tatsächliche Zustimmung zu erhalten. Es ist eine Methode Argumente zu strukturieren und Vorschläge zur Reform institutioneller Arrangements als logische Konklussion bestimmter Urzustandsbeschreibungen, bestimmter Annahmen bezüglich der Wirkungszusammenhänge und bezüglich bestimmter normativer Werturteile über die theoretischen Gültigkeitsbedingungen solcher hypothetischen Verträge abzuleiten.

    Einige Absätze aus Steffen J. Roth: Beschäftigungsorientierte Sozialpolitik, Köln, 2002.

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  • "Zu James Buchanans Beitrag: Der Ökonom als Ideengeber für Positivsummenspiele"
    Der Ökonom hat eine Aufgabe im politischen Prozess als Ideengeber zu fungieren, der mögliche Positivsummenspiele als solche erkennt und aufzeigt. "Mit Buchanan wird die Ökonomik zur Argumentationsgrammatik politischer Diskurse".
    Einige Absätze aus Ingo Pies: "Theoretische Grundlagen demokratischer Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik - Der Beitrag James Buchanans" in: Pies/Leschke (Hrsg.): James Buchanans konstitutionelle Ökonomik, Tübingen, 1996.

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  • "Zu James Buchanans Beitrag: Das Konsenskriterium und der Vergleich institutioneller Arrangements"
    Die Wohlfahrtsökonomik vergleicht reale Märkte mit einem Ideal und führt so zu einer verzerrten Perspektive, einem "nirvana approach" (Demsetz, 1969). Es bedarf einer doppelten Korrektur: Vergleichend betrachtet werden müssen real erreichbare alternative Institutionen und es bedarf eines Kriteriums, welches allen Handlungssphären gleichermaßen angemessen ist.

    Einige Absätze aus Ingo Pies: "Theoretische Grundlagen demokratischer Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik - Der Beitrag James Buchanans" in: Pies/Leschke (Hrsg.): James Buchanans konstitutionelle Ökonomik, Tübingen, 1996.

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  • "Grundsätze einer liberalen Gesellschaftsordnung" (1969)
    Auszüge aus einem weiteren Text von F. A. von Hayek: "... Deshalb können Begriffe wie Gemeinwohl oder öffentliches Interesse in einer freien Gesellschaft [...] nur als abstrakte Ordnung [definiert werden], die als Ganzes nicht an irgendwelchen konkreten Zielen orientiert ist, sondern lediglich jedem zufällig herausgegriffenen Individuum die beste Chance bietet, seine Kenntnisse erfolgreich für seine persönlichen Zwecke zu nutzen. ..."

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  • Bedingte statt unbedingte Empfehlungen vermeiden Missverständnisse
    Auszüge aus Viktor Vanberg: "Der konsensorientierte Ansatz der konstitutionellen Ökonomik" (2000)... Vanberg empfiehlt angewandt arbeitenden Ökonomen, mit bedingten Empfehlungen zu diskutieren, um nicht missverstanden zu werden.
    Diesem Gedanken zufolge sollten sicher auch umgekehrt alle kritischen und skeptischen Leser oder Zuhörer jeweils sorgfältig prüfen, ob irgendein von ihnen mit dem Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit bedachter Ökonom tatsächlich gegen das Postulat der Werturteilsfreiheit verstößt oder lediglich bei seiner Mitwirkung am gesellschaftspolitischen Diskussionsprozess seine Aussagen nicht jedes mal neu und explizit als "bedingte Empfehlung" formuliert.

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  • Zur "Anmaßung von Unwissen"
    Einige Zeilen aus einem bissigen Kommentar Hans Willgerodts (2004) im ORDO Bd. 55 zur Freiheit menschlichen Handelns zwischen vollständiger Determiniertheit und völliger Unwissenheit sowie der entsprechend resultierenden Möglichkeit praktischer Relevanz der Ökonomik.

 


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  • Der Wettbewerb ist Mittel, nicht letzter Zweck
    Ein Appetizer aus dem Vorwort der ersten Ausgabe der Zeitschrift ORDO, 1948: Ein klares Bekenntnis der Ordoliberalen um Walter Eucken und Franz Böhm zur Gestaltung einer Wirtschafts- und Sozialordnung, "in der sich ein menschenwürdiges und wirtschaftlich erfolgreiches Leben entwickeln kann".


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  • Hayek zum "Wahren und falschen Individualismus" 1945 (dt. 1948)
    Einige Bemerkungen zum richtigen Verständnis der Annahme eigeninteressiert handelnder Menschen, der Konsumenten- und Bürgersouveränität, dem Markt als Ordnung, der die Verarbeitung des verstreuten Wissens erlaubt und so "der menschlichen Vernunft als einem überpersönlichen Prozess" Raum schafft, sowie zum Unterschied von einer gleichartigen Behandlung der Menschen und dem Versuch alle Menschen gleich zu machen ... (und dazwischen eine kurze Verschnaufpause für den Zuhörer, während der der Vorleser seine Katze vom Buch werfen muss ;-).

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  • Das erste Podcast vom Dozenten mit ausführlicherer Darstellung der Pläne für diese Vorlesung, damit Sie sich schon mal an sein Nuscheln und Stottern gewöhnen können…



aktualisiert am: 18.04.2008