Reform
der Pflegeversicherung durch einen Übergang zum Kapitaldeckungsverfahren
bearbeitet von Oliver Arentz, Johann Eekhoff, Steffen J.
Roth, Vera Streibel
Seit 1999 weist die gesetzliche Pflegeversicherung finanzielle
Defizite aus, die eindeutig strukturell bedingt sind. Selbst
zur Beibehaltung des nominalen Leistungsniveaus werden sich
die Beiträge im Zuge der demographischen Entwicklung
verdoppeln bis verdreifachen müssen - und damit die beschäftigungsfeindlichen
Verzerrungen auf dem Arbeitsmarkt weiter verschärfen.
Hinzu kommen unsystematische Verteilungswirkungen innerhalb
des Systems. Nur der Übergang zu einem kapitalgedeckten
System schafft Nachhaltigkeit und Effizienz. Die Verlagerung
von Lasten auf künftige Generationen wird gestoppt. Die
Umverteilung wird auf das Steuer-Transfer-System verlagert
und dort an den Grundsätzen der Bedürftigkeit und
Leistungsfähigkeit ausgerichtet. Wettbewerb wird ermöglicht
und schafft den Anreiz, Versicherungsverträge gemäß
den Präferenzen der Bürger anzubieten. Im Rahmen
des Projekts wird ein Modell zur optimalen Ausgestaltung einer
Pflegeversicherung entwickelt sowie ein Szenario, wie der
Übergang vom Status Quo zum Referenzmodell gestaltet
werden könnte.
Zu diesem Thema gibt es folgende Publikationen:
Arentz, Oliver / Johann Eekhoff / Kai Menzel / Vera Streibel
(2005): "Nachhaltigkeit durch Kapitaldeckung in der
gesetzlichen Pflegeversicherung - eine Blaupause",
in: Jahrbuch für Wirtschaftswissenschaften (Review
of Economics), 55. Jg., Heft 3/2004, S. 223-245.
Eekhoff, Johann, Juergen B. Donges, Wolfgang Franz, Clemens
Fuest, Wernhard Möschel und Manfred J. M. Neumann (Kronberger
Kreis) (2005): "Tragfähige Pflegeversicherung",
Studie des Kronberger Kreises in: Stiftung Marktwirtschaft,
Band 42, Berlin.
Streibel, Vera (2004): "Für eine wirklich soziale
Pflegereform" in: Ordnungspolitischer Kommentar
des Instituts für Wirtschaftspolitik, Ausgabe
9/2004.