Univertität zu Köln
 
 
 
 

Christof Schares

Lohnform und Arbeitslosigkeit

Beschäftigungseffekte einer Gewinn- und einer Kapitalbeteiligung von Arbeitnehmern


aus der Reihe "Untersuchungen zur Wirtschaftspolitik" [U 103]

Trotz hoher und sogar noch wachsender Arbeitslosigkeit in Deutschland ist die Bereitschaft der Tarifparteien zu Lohnzurückhaltung in der Praxis gering. Die vorliegende Studie untersucht deshalb, ob neue Lohnformen für die Tarifparteien die Anreize zur Lohnzurückhaltung erhöhen können. Im Mittelpunkt stehen dabei die Gewinn- und die Kapitalbeteiligung von Arbeitnehmern. Für beide Lohnformen werden zunächst die in der Praxis möglichen Ausgestaltungsformen entwickelt; für diese werden dann die grundsätzlichen Auswirkungen auf Arbeitskosten, Arbeitsproduktivität und Investitionstätigkeit abgeleitet. Im Mittelpunkt der Studie steht dann die Frage, ob die Tarifparteien sich auf die Anwendung einzelner Formen einigen könnten und wie sich dabei die Beschäftigung entwickeln würde.

Dabei zeigt sich, daß einzelne Formen der Gewinnbeteiligung, nicht aber der Kapitalbeteiligung, ein Potential für eine tarifvertragliche Anwendung wie für eine günstige Beschäftigungsentwicklung bieten. Bei einer Gewinnbeteiligung mit einem für die Belegschaft als Ganzes fixierten Gewinnanteil kommt es zu einem Auseinanderfallen von durchschnittlichen und marginalen Arbeitskosten. Für die Arbeitsnachfrage ist nur der weiterhin fixe Basislohn relevant. Die Beschäftigten erhalten daneben aber auch noch den gewinnabhängigen Lohn. Aufgrund dieses Auseinanderfallens von Gesamtlohn und marginalen Arbeitskosten eröffnen sich Spielräume für eine tarifvertragliche Anwendung. Das für mehr Beschäftigung nötige Lohnopfer sinkt; für die Gewerkschaft wird das "Gut" Beschäftigung also relativ billiger. Dies steigert ihre Bereitschaft zu Lohnzurückhaltung, was zu einem höheren Niveau der Beschäftigung wie der Unternehmensgewinne führt. Im Gegensatz zur bisherigen theoretischen Literatur, die mit restriktiven Prämissen arbeitet, wird gezeigt, daß dieses Ergebnis auch bei Unsicherheit und Unterschiedlichkeit der Unternehmen seine Gültigkeit behalten kann.

Köln 1996. 248 S. ISBN 3-921471-91-5. DM 54,--


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