aus der Reihe "Untersuchungen zur Wirtschaftspolitik" [U 104]
Die Geldpolitik der Deutschen Bundesbank genießt zwar im internationalen Vergleich ein
weit überdurchschnittliches Ansehen, aber sie gibt dennoch in mancherlei Hinsicht Anlaß
zu Kritik: Die Bundesbank kündigt seit Ende 1974 Geldmengenziele an, hält diese jedoch
häufig nicht ein. Im langfristigen Trend hat die D-Mark beträchtlich an Kaufkraft
verloren. Die jährlichen Inflationsraten in der Bundesrepublik schwankten in zu großen
Bandbreiten. Darüber hinaus trug die Geldpolitik der Bundesbank Mitverantwortung für die
ausgeprägten Konjunkturzyklen in Deutschland. Dieser insgesamt unbefriedigende Befund
wirft die Frage auf, ob eine andere geldpolitische Konzeption bessere
stabilitätspolitische Ergebnisse erwarten ließe.
In der vorliegenden Arbeit werden zwei konsequente Alternativen beschrieben und
hinsichtlich ihrer Stärken und Schwächen verglichen.
- Monetaristen empfehlen, daß die Zentralbank die Geldmenge strikt (d.h. ohne
diskretionäre Ausnahmevorbehalte) entsprechend einer mittelfristigen Orientierung am
Wachstum des Produktionspotentials ausweiten solle. Eine rigorose Umsetzung dieser
Konzeption würde aber zu abwechselnden Phasen der Inflation und der Deflation führen.
- Ein konkurrierender Vorschlag lautet, daß die Notenbank die Geldmenge in technisch
flexibler Weise so steuern soll, daß die Preisniveaustabilität von Jahr zu Jahr
bestmöglich bewahrt wird. Die Erfolgsaussichten dieser Konzeption werden jedoch
insbesondere von Monetaristen sehr skeptisch beurteilt.
Nach gründlicher theoretischer und empirischer Diskussion wird das Ergebnis
erarbeitet, daß eine direkt auf Preisniveaustabilität ausgerichtete Geldpolitik sowohl
im Vergleich zu einer streng monetaristischen Geldmengensteuerung als auch im Vergleich
zur bisherigen Geldpolitik der Bundesbank insgesamt bessere Stabilitätserfolge erwarten
ließe. Abschließend wird erörtert, wie die institutionellen Rahmenbedingungen für eine
zuverlässige und glaubwürdige monetäre Stabilitätspolitik gestaltet werden sollten.
Köln 1996, 381 Seiten, DM 75,--, ISBN 3-921471-92-3
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