aus der Reihe "Untersuchung zur Wirtschaftspolitik" [U 108]
Wie jede Kooperation zwischen Unternehmen bleiben auch strategische Allianzen nicht
ohne Auswirkungen auf den Wettbewerb. Umstritten ist jedoch, ob und wie sich die Wirkungen
strategischer Allianzen - als besondere, vor allem international ausgerichtete
Kooperationsformen - beurteilen lassen und welche wettbewerbspolitischen
Schlußfolgerungen daraus zu ziehen sind. Die allgemeine wettbewerbstheoretische Analyse
bleibt ambivalent. Mit strategischen Allianzen sind gegenläufige Kosten-, Ertrags- und
internationale Effekte verbunden, die nur in einer Einzelmarktanalyse näher
charakterisiert werden können.
Für eine solche Fallstudie bietet sich der US-Markt für
internationale Telekommunikation an. Auf diesem Markt sind strategische Allianzen - zum
Teil erst nach Genehmigung durch die amerikanische Regulierungsbehörde FCC - seit Mitte
1994 präsent. Seitdem ist mit dem Markt für Global Seamless Services ein neuer Teilmarkt
entstanden, auf dem sich die Allianzen gezielt um multinationale Geschäftskunden
bemühen.
Die Bestandsaufnahme des Marktes verdeutlicht, daß strategische
Allianzen auf dem US-Markt für internationale Telekommunikation bisher mehr Chancen als
Risiken mit sich bringen. Damit allerdings langfristig keine Nachteile strategischer
Allianzen zum Tragen kommen, muß der wettbewerbspolitische Gestaltungsspielraum
nationaler Regulierungsbehörden vor allem dazu genutzt werden, daß die in den
WTO-Abkommen beschlossene Öffnung der nationalen Telekommunikationsmärkte auch
konsequent umgesetzt wird. In dem Maße wie dies geschieht, versprechen die
Wettbewerbswirkungen strategischer Allianzen eindeutig vorteilhaft zu sein.
Köln 1998, 286 Seiten, DM 60,-- , ISBN 3-921471-96-6
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