Univertität zu Köln
 
 
 
 

Stephanie Felkel

Zur Wirkungsweise monetärer Impulse

Eine theoretische und ökonometrische Analyse für die Bundesrepublik Deutschland von 1970-1990


aus der Reihe "Untersuchung zur Wirtschaftspolitik" [U 109]

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex der Geldwirkungslehre besitzt eine lange Tradition und beschäftigt bis heute die Ökonomen. Dabei stehen sich zwei konträre Auffassungen gegenüber: Einerseits wird die Meinung vertreten, daß das Geld nur ein „Schmiermittel" im Wirtschaftsprozeß darstellt und damit lediglich als Transaktionsmittel dient. Dieser Neutralität des Geldes widerspricht jedoch die Auffassung, daß der gezielte Einsatz von Geld monetäre und/oder realwirtschaftliche Effekte auslöst, die mit Wohlfahrstwirkungen verbunden sind. Die Kernfrage der vorliegenden Studie lautet: „Does money matter?"

Die Relevanz dieser Diskussion zeigt sich in der Tatsache, daß das Verhalten der geldpolitischen Autoritäten, denen die Wahrung der Geldwertstabilität obliegt, ganz entscheidend von der Bewertung der Wirkungen des Geldes abhängt. Unter der Prämisse, daß Geld nur zu Transaktionszwecken dient, besteht keine Notwendigkeit, die Quantität des Geldes zu begrenzen. Wäre jedoch mit Hilfe der Geldpolitik eine Einflußnahme auf die konjunkturelle Entwicklung möglich, würde dies gezielte diskretionäre Eingriffe der geldpolitischen Entscheidungsträger rechtfertigen. Auch für die Europäische Zentralbank ist das Wissen um die Wirkungen eines Geldmengenwachstums sowie die verschiedenen Transmissionsschienen, über die der Wirkungsprozeß abläuft, von übergeordneter Bedeutung.

Die Verfasserin gibt anhand einer geldtheoretischen Analyse - von der Vorklassik bis zur Neuklassik - einen Einblick in die black box des Transmissionsmechanismus und deckt in diesem Zusammenhang die unterschiedlichen Wirkungskanäle monetärer Impulse auf. Bei dieser Vorgehensweise werden, ausgehend von den geldtheoretischen Beiträgen ausgewählter Nationalökonomen, geldwirkungstheoretische Hypothesen abgeleitet, welche anhand geeigneter ökonometrischer Verfahren auf ihre Gültigkeit überprüft werden. Dabei wird die These Cantillons bestätigt, der bereits im 18. Jahrhundert reale Wirkungen monetärer Impulse beobachtet hatte. Festhalten ist: Money does matter.

Köln 1998, 298 Seiten, DM 62,-- , ISBN 3-921471-97-4


© iwp 1999