aus der Reihe "Untersuchung zur Wirtschaftspolitik" [U 109]
Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex der Geldwirkungslehre
besitzt eine lange Tradition und beschäftigt bis heute die Ökonomen. Dabei stehen sich
zwei konträre Auffassungen gegenüber: Einerseits wird die Meinung vertreten, daß das
Geld nur ein Schmiermittel" im Wirtschaftsprozeß darstellt und damit lediglich
als Transaktionsmittel dient. Dieser Neutralität des Geldes widerspricht jedoch die
Auffassung, daß der gezielte Einsatz von Geld monetäre und/oder realwirtschaftliche
Effekte auslöst, die mit Wohlfahrstwirkungen verbunden sind. Die Kernfrage der
vorliegenden Studie lautet: Does money matter?"
Die Relevanz dieser Diskussion zeigt sich in der Tatsache, daß das
Verhalten der geldpolitischen Autoritäten, denen die Wahrung der Geldwertstabilität
obliegt, ganz entscheidend von der Bewertung der Wirkungen des Geldes abhängt. Unter der
Prämisse, daß Geld nur zu Transaktionszwecken dient, besteht keine Notwendigkeit, die
Quantität des Geldes zu begrenzen. Wäre jedoch mit Hilfe der Geldpolitik eine
Einflußnahme auf die konjunkturelle Entwicklung möglich, würde dies gezielte
diskretionäre Eingriffe der geldpolitischen Entscheidungsträger rechtfertigen. Auch für
die Europäische Zentralbank ist das Wissen um die Wirkungen eines Geldmengenwachstums
sowie die verschiedenen Transmissionsschienen, über die der Wirkungsprozeß abläuft, von
übergeordneter Bedeutung.
Die Verfasserin gibt anhand einer geldtheoretischen Analyse - von der
Vorklassik bis zur Neuklassik - einen Einblick in die black box des
Transmissionsmechanismus und deckt in diesem Zusammenhang die unterschiedlichen
Wirkungskanäle monetärer Impulse auf. Bei dieser Vorgehensweise werden, ausgehend von
den geldtheoretischen Beiträgen ausgewählter Nationalökonomen, geldwirkungstheoretische
Hypothesen abgeleitet, welche anhand geeigneter ökonometrischer Verfahren auf ihre
Gültigkeit überprüft werden. Dabei wird die These Cantillons bestätigt, der bereits im
18. Jahrhundert reale Wirkungen monetärer Impulse beobachtet hatte. Festhalten ist: Money
does matter.
Köln 1998, 298 Seiten, DM 62,-- , ISBN 3-921471-97-4
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