Univertität zu Köln
 
 
 
 

Carina Schubert

Theorien des Gesellschaftsvertrages und ihre ordnungspolitischen Implikationen


aus der Reihe "Untersuchung zur Wirtschaftspolitik" [U 110]

In den westlichen (Wohlfahrts-)Staaten haben Aktivitäten der öffentlichen Hände ungeachtet länderspezifischer Unterschiede allgemein eine Dimension erreicht, die aus kontrakttheoretischer Perspektive nicht mehr zu rechtfertigen ist. Prinzipiell läßt sich eine Dominanz des Umverteilungsstaates beobachten, der sich zur Durchsetzung seiner Zielvorstellungen unzulässigerweise der Kompetenzen des Rechtsschutz- und Leistungsstaates bedient und dadurch wesentlichen Einfluß auf die Entscheidungen der Wirtschaftssubjekte nimmt.

Aus dieser Perspektive werden maßgebliche Theorien des Gesellschaftsvertrages, die sich vor allem mit der Erklärung und Rechtfertigung gesellschaftlicher Regelsysteme auseinandersetzen, ausführlich analysiert. Dabei werden zunächst die Entwicklungslinien der Gesellschaftslehre herausgearbeitet sowie die Konzepte der älteren insbesondere der neueren Kontrakttheoretiker, John Rawls, Robert nozick und James M. Buchanan, einschließlich ihrer konkreten Reformansätze für die bestehenden Institutionnsysteme kritische diskutiert.

Aus der theoretischen Analyse ergibt sich, daß der politökonomisch erklärbaren Bedrohung durch einen modernen Leviathan nur durch konstitutionelle Gegenmaßnahmen wirksam begegnet werden kann. So sollte die für Marktprozesse allgemein akzeptierte Erkenntnis der Effizienz von ordnungspolitischen Maßnahmen auch auf politische Prozesse angewendet werden. Hierzu ist es erforderlich, an den Ursachen für das Politikversagen anzusetzen und institutionelle Arrangements zu entwickeln, die klare Voraussetzungen für eine effektivere Funktionsweise parlamentarisch-demokratischer Ordnungen herstellen und sowohl verfassungsmäßige Anreize als auch Kontrollen politischer Prozesse grundlegend verbessern.

Köln 1998, 300 Seiten, DM 72,-- , ISBN 3-921471-98-2


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