Univertität zu Köln
 
 
 
 

Carsten-Patrick Meier

Reale Wechselkurse und internationale Wettbewerbsfähigkeit

Eine empirische Analyse der Wirkungen von Wechselkursschwankungen auf die Bundesrepublik Deutschland


aus der Reihe "Untersuchung zur Wirtschaftspolitik" [U 111]

Mit dem Übergang zur Europäischen Wirtschaftsunion werden Wechsel-kursänderungen für gut die Hälfte der deutschen Außenhandelsbeziehungen keine Rolle mehr spielen. Über die andere Hälfte allerdings werden Veränderungen der Paritäten auch künftig Einfluß auf die deutsche Wirtschaft ausüben, ja es ist sogar damit zu rechnen, daß der von Wechselkursschwankungen betroffene Teil des deutschen Außenhandels auf längere Sicht zunehmen wird. Diese Studie nimmt das Ende eine Vierteljahrhunderts mit (seit 1973) historisch vergleichsweise flexiblen Wechselkursen zum Anlaß, um nach den Erfahrungen zu fragen, die die (west-)deutsche Wirtschaft mit dieser Ordnung ihrer monetären Außenbeziehungen gemacht hat und Lehren für die Zukunft abzuleiten.

In einer Welt weitgehend unbeschränkter internationaler Kapitalbewegungen und großer Unsicherheit auf den Devisenmärkten sind Wechselkursbewegungen möglich, die zu starken Verzerrungen in der preislichen Wettbewerbsfähigkeit der verschiedenen handeltreibenen Ländern führen können. Ein Ergebnis dieser Studie ist, daß derartige Wechselkursbewegungen zwar vorkommen, sie jedoch stets temporärer Natur sind. Permanente wechselkursbedingte Verschlechterungen der internationalen Wettbe-werbsfähigkeit eines Landes sind nicht zu erwarten, der reale Wechselkurs ist konstant. Hinsichtlich der Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft stellt die Studie fest, daß sich der Beitrag von Wechselkursschwankungen zum Konjunkturverlauf in Grenzen hielt: Nur ein Zehntel der Schwankungen von Zuwachsraten des Inlandsprodukts gehen auf das Konto von realen Veränderungen der D-Mark-Parität anderer Währungen, vor allem allerdings des US-Dollars. von den wichtigsten Branchen der deutschen Wirtschaft sind die Bereiche Textil- und Bekleidungswirtschaft, die Chemische Industrie sowie die Automobilindustrie besonders stark von Wechselkursänderungen betroffen, während der ebenfalls exportstarke Maschinenbau nur gering von Paritätenänderungen berührt wird. Über alle Branchen zeigen sich die Importe deutlich wechselkurselastischer als die Exporte. Die Währung mit der größten Bedeutung für den deutschen Außenhandel ist, nach dem französischen Franc, der zusammen mit der D-Mark im Euro aufgeht, der US-Dollar.

Köln 1998, 300 Seiten, DM 72,-- , ISBN 3-921471-99-0


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