Univertität zu Köln
 
 
 
 

Jörg Mallossek

Die Erweiterung der Europäischen Union um mittel- und osteuropäische Länder

Wirtschaftspolitischer Reformbedarf bei gegebenen Budgetrestriktionen


Untersuchungen zur Wirtschaftspolitik [U 116]

Die Europäische Union steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Wegen der bevorstehenden Erweiterung um mittel- und osteuropäische Länder werden permanent Befürchtungen erhoben, dass diese Erweiterung der Europäischen Union zu nicht finanzierbaren, finanziellen Belastungen führen wird.

Die vorliegende Studie analysiert, wie die Europäische Union ihre Osterweiterung bei gegebenen Budgetrestriktionen bewältigen kann. Ausgehend vom Finanzsystem der Europäischen Union und der Diskussionen über die Nettopositionen der Mitgliedsländer werden die wichtigen Politikbereiche der Handels- einschließlich der Agrarpolitik und der Strukturpolitik der Europäischen Union sowie die Auswirkungen der Europäischen Währungsunion untersucht. Deutlich gemacht wird zunächst, dass die künftigen finanziellen Belastungen der Europäischen Union eng mit den Stimmengewichten und Abstimmungsverfahren der Europäischen Union verknüpft sind und eine entsprechende Anpassung vor einer Osterweiterung geboten ist.

Die Teilnahme der mittel- und osteuropäischen Länder am Gemeinsamen Binnenmarkt wird aus handelspolitischen Gründen befürwortet, wobei gezeigt wird, dass ökonomische Gründe für eine Einschränkung der Freizügigkeit der Arbeitnehmer sprechen. Im Bereich der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union wird die Einführung marktwirtschaftlicher Prinzipien diskutiert, verbunden mit der Einsetzung von degressiv gestaffelten, produktionsunabhängigen, direkten Hilfen. Insgesamt wird eine Lösung vorgestellt, bei der die Agrarmärkte der Europäischen Union in den Weltagrarmarkt integriert werden, was zugleich die Aufnahme der mittel- und osteuropäischen Länder ermöglicht.

Im Mittelpunkt der Untersuchung steht der Bereich der Strukturpolitik. Die theoretischen Überlegungen zeigen, dass die Handlungserfordernisse für die Europäische Union in diesem Bereich ambivalent sind, aber für einen gewissen Teil, europäische Aufgaben zu ergründen sind. Folglich werden die Mittel der Strukturpolitik auf die allokativen Aufgaben und auf die rückständigen Regionen der Europäischen Union konzentriert. Anschließend wird ein neues Verfahren diskutiert, das den allokativen Anforderungen entspricht, die Interessen der Mitgliedsländer berücksichtigt und einer Erweiterung der Europäischen Union offen und flexibel gegenübersteht. In Konsequenz werden die Strukturmittel über alle Mitgliedsländer der Europäischen Union verteilt, aber auf die rückständigen Regionen konzentriert. Letztlich werden die Mittel nur vergeben, wenn ergänzende projektbezogene, an den allokativen Aufgaben der Europäischen Union ausgerichtete Kriterien verbunden mit einer hohen nationalen Selbstbeteiligung erfüllt werden.

 
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