Univertität zu Köln
 
 
 
 

Christian Keller

Die Zukunft der gesetzlichen Rentensysteme in der Europäischen Union


Untersuchungen zur Wirtschaftspolitik [U 118]

Die Rentensysteme in der Europäischen Union werden auf ihre ökonomische Wirkungsweise und ihre Anpassungsfähigkeit im Hinblick auf die als Folge der demographischen Entwicklung auf sie zukommenden Finanzierungsprobleme hin untersucht. Bei einer Gegenüberstellung der in der EU anzutreffenden Konzepte – Versicherungs- versus Versorgungssystem bzw. Bismarck- versus Beveridge-Prinzip – zeigt sich, dass von der unterschiedlichen Ausgestaltung im Alter zugleich erhebliche Unterschiede in Bezug auf die Arbeitsanreize ausgehen.

Des Weiteren werden Schwächen im aktuellen Konzept einer Senkung von Lohnzusatzkosten durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer oder Ökosteuer offen gelegt. Auch werden die Grenzen einer Umstellung des Umlageverfahrens auf ein Kapitaldeckungsverfahren aufgezeigt. Das Prinzip der Kapitalbildung für die Altersvorsorge wird dabei über die ausschließliche Betrachtung von Sachkapital hinaus auf die Investition in Humankapital erweitert. Auf dieser Grundlage wird der Vorschlag entwickelt, im Zuge einer Reform zur Teilkapitalbildung den generativen Beitrag von Versicherten auf individueller Basis zu berücksichtigen.

In einem weiteren Schritt wird der Einfluss rentenrechtlicher Regelungen auf grenzüberschreitende Wanderung allgemein, und im Besonderen auf die Mobilität der Arbeitnehmer im Europäischen Binnenmarkt untersucht. Im Anschluss an die Analyse der bestehenden EU-Koordinierungsverordnung werden Lösungsansätze für eine alternative Regelung entwickelt. Anhand der Klubtheorie wird dargelegt, wie die nationalen Rentensysteme zu gestalten wären, um die gewünschte Freizügigkeit innerhalb der EU zu gewährleisten und zugleich der zuvor erörterten Finanzierungsproblematik gerecht zu werden.

 
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