Univertität zu Köln
 
 
 
 

Jochen Pimpertz

Marktwirtschaftliche Ordnung der sozialen Krankenversicherung.


Untersuchungen zur Wirtschaftspolitik [U 121]

Dauerhaft steigende Ausgaben und zunehmende Finanzierungsprobleme in der gesetzlichen Krankenversicherung verdeutlichen, dass nicht alle Leistungsansprüche im Rahmen der Sozialversicherung finanziert werden können. Weil die notwendigen Beitragssatzanpassungen u.a. in Konflikt mit dem Beschäftigungsziel geraten, werden Steuerungsdefizite angemahnt. Wie muss ein Gesundheitssystem gestaltet werden, das allgemein zustimmungsfähige Umverteilungsziele berücksichtigt und gleichzeitig eine bevölkerungsumfassende medizinische Versorgung auf hohem Leistungsniveau dauerhaft sichern kann?

Ausgehend von konkurrierenden Erklärungen für die Ausgabenentwicklung - allokative Besonderheiten, institutionell bedingte Fehlsteuerungen, medizinisch-technischer Fortschritt sowie demographischer Wandel - wird ein ursachengerechter Therapievorschlag entwickelt. Mit Hilfe eines konstitutionenökonomischen Argumentes lassen sich Gestaltungsprinzipien für einen bevölkerungsumfassenden Krankenversicherungsschutz sowie für eine effiziente medizinische Leistungsversorgung ableiten. Mit Rücksicht auf allgemein zustimmungsfähige Umverteilungsmotive werden notwendige Regulierungen zum Schutz vor Marktstörungen entwickelt. Angesichts zukünftiger Herausforderungen wird der Untersuchungsrahmen um den Aspekt intergenerativer Verteilungsgerechtigkeit erweitert. Der Vergleich von Umlage- und Anwartschaftsdeckungsverfahren liefern ein weiteres Gestaltungsprinzip für die Organisation eines intergenerativ gerechten Krankenversicherungsschutzes.

Anhand der abgeleiteten Gestaltungsprinzipien werden abschließend die Regulierungen im Status Quo beurteilt. Die Untersuchung mündet in einem konsistenten Reformvorschlag, wonach ein hohes Leistungsniveau der medizinischen Versorgung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung dauerhaft gewährleistet werden kann.

 
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