Untersuchungen zur Wirtschaftspolitik [U 124]
Elektronischer Handel kann eine entscheidende Bedeutung für die zukünftige
Wettbewerbsfähigkeit von industrialisierten Volkswirtschaften innerhalb der globalen
Informationsgesellschaft bescheinigt werden. Internet-Unternehmen (sog.
"dot.com" Unternehmen) können den Innovationswettbewerb stärken, sowie
Wettbewerbsverzerrungen und Monopolisierungstendenzen aufdecken. Unter Einbezug weiterer
ökonomischer Wirkungen des elektronischen Handels (besonders sinkende Transaktionskosten
und Aufbrechen von Wertschöpfungsketten) bieten sich damit Investitionsanreize.
Für jede Investition werden finanzielle Mittel benötigt. Da eine selbständige
Innenfinanzierung bei jungen "dot.com" Unternehmen nicht möglich ist, bedarf es
einer externen Finanzierung. Spezifische Herausforderungen im elektronischen Handel zeigen
allerdings traditionellen externen Finanzierungsmitteln, wie z.B. Krediten, ihre Grenzen
auf. Investitionen in elektronische Handelsunternehmen, deren zukünftige Entwicklung
starken Ungewissheiten unterliegt, die zum Teil auf unklaren institutionellen
Rahmenbedingungen und Bewertungsproblemen basieren, motivieren deshalb die Forderung nach
einer speziellen Finanzierungsform: Risikokapital.
Die Untersuchung zeigt, dass sich die Märkte für Wagniskapital über Ländergrenzen
hinweg in den letzten Jahren relativ gut entwickelt haben. Die theoretische Analyse dieser
Finanzierungsform, welche vor dem Hintergrund der Aktienmarktentwicklung im Jahre 2001
vorgenommen wird, verdeutlicht jedoch, dass Unvollkommenheiten im Zusammenhang mit
asymmetrischer Information bestehen können. Diese werden aus dem Blickwinkel von
"moral hazard" Problemen untersucht.
Die Arbeit zeigt, dass die untersuchten Unvollkommenheiten theoretische zu
Ineffizienzen in der Risikokapitalfinanzierung von "dot.com" Unternehmen führen
können. Darauf basierend werden Lösungswege im Sinne transparenter Kapitalmärkte
abgeleitet. |