Untersuchungen zur Wirtschaftspolitik
[U 126]
Seit Abschluss der Uruguay-Runde machen immer mehr Länder von ihrem
WTO verbrieften Recht Gebrauch, ihre Märkte mit Hilfe von Antidumpingmaßnahmen
abzuschotten. Zwar wird vorgegeben, hiermit „unfaire“
Importkonkurrenz zu bekämpfen. Gleichwohl besteht die Befürchtung,
das Antidumping bilde selbst den Ausgangspunkt für wettbewerbsfeindliche
Verhaltensweisen. Die Studie untersucht, inwieweit diese Befürchtung
begründet ist.
Der Verfasser nutzt industrieökonomische Modelle, um die Wechselkurswirkungen
zwischen Antidumpingregeln einerseits und restriktiven Geschäftspraktiken
andererseits analytisch zu durchleuchten. Gezeigt wird, dass die Regeln
heimischen Unternehmen vielfältige Spielräume verschaffen,
um private Handelsbarrieren zu errichten, Neuankömmlinge vom
Marktzutritt abzuschrecken oder die Drohung mit Dumpingbeschwerden
gezielt als Instrument zur Durchsetzung einer Kartellabsprache einzusetzen.
Das Antidumping kann somit genau jene Verhaltensweisen fördern,
die von der Antitrustpolitik bekämpft werden.
In welchem Umfang das wettbewerbsbeschränkende Potenzial des
Antidumpings erschlossen wird, hängt zum einen von der Administration
der Schutzmaßnahmen, zum anderen von der Antitrustpolitik ab.
Geprüft wird, welche Regelungen in besonderem Maße Kartelle
begünstigen. Zudem wird untersucht, ob die Wettbewerbsbehörden
in der Europäischen Gemeinschaft und in den Vereinigten Staaten
ausreichend gewappnet sind, um den Missbrauch des Antidumpings zu
unterbinden. Schließlich werden konkrete Vorschläge für
eine wettbewerbskonforme Antidumpingpolitik abgeleitet.
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