Univertität zu Köln
 
 
 
 

Martin Theuringer

Antidumping und wettbewerbsbeschränkendes Verhalten


Untersuchungen zur Wirtschaftspolitik [U 126]

Seit Abschluss der Uruguay-Runde machen immer mehr Länder von ihrem WTO verbrieften Recht Gebrauch, ihre Märkte mit Hilfe von Antidumpingmaßnahmen abzuschotten. Zwar wird vorgegeben, hiermit „unfaire“ Importkonkurrenz zu bekämpfen. Gleichwohl besteht die Befürchtung, das Antidumping bilde selbst den Ausgangspunkt für wettbewerbsfeindliche Verhaltensweisen. Die Studie untersucht, inwieweit diese Befürchtung begründet ist.

Der Verfasser nutzt industrieökonomische Modelle, um die Wechselkurswirkungen zwischen Antidumpingregeln einerseits und restriktiven Geschäftspraktiken andererseits analytisch zu durchleuchten. Gezeigt wird, dass die Regeln heimischen Unternehmen vielfältige Spielräume verschaffen, um private Handelsbarrieren zu errichten, Neuankömmlinge vom Marktzutritt abzuschrecken oder die Drohung mit Dumpingbeschwerden gezielt als Instrument zur Durchsetzung einer Kartellabsprache einzusetzen. Das Antidumping kann somit genau jene Verhaltensweisen fördern, die von der Antitrustpolitik bekämpft werden.

In welchem Umfang das wettbewerbsbeschränkende Potenzial des Antidumpings erschlossen wird, hängt zum einen von der Administration der Schutzmaßnahmen, zum anderen von der Antitrustpolitik ab. Geprüft wird, welche Regelungen in besonderem Maße Kartelle begünstigen. Zudem wird untersucht, ob die Wettbewerbsbehörden in der Europäischen Gemeinschaft und in den Vereinigten Staaten ausreichend gewappnet sind, um den Missbrauch des Antidumpings zu unterbinden. Schließlich werden konkrete Vorschläge für eine wettbewerbskonforme Antidumpingpolitik abgeleitet.

 
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